Auta Via Bepi Zach – Cima Costabella – 2762 m

Alpenfuehrer
Informationen für alle die ihre Freizeit gerne in den Bergen verbringen

Gratüberschreitung auf restauriertem Kriegssteig in der recht einsamen südlichen Marmoladagruppe


Bewertung:
Anspruch:
Kondition:
Frequentierung:

Klettersteig
Tagestour
Marmolada
Dolomiten
Italien
mittelschwer
Beste Zeit: 07-09

Auta Via Bepi Zach – Cima Costabella – 2762 m

Höhendifferenz
809 Meter (Höhe von 1.901 Meter bis 2.710 Meter)
Gesamtanstieg 889 Meter
Gesamtabstieg 889 Meter

Anforderungen
Tagestour. Mittelschwer. Ohne Sesselbahn ca. 1000mH im Auf- und Abstieg, mit Sesselbahn etwa 250mH weniger. Taschen- oder Stirnlampe für die Stollendurchgänge nützlich.

Ausgangspunkt
N 46°22.732′ E 11°47.100′
Passo San Pellegrino, 1918m.

Beschreibung

Direkt von der Passhöhe mit der Sesselbahn (fährt etwa von Mitte Juli bis zum ersten Septemberwochenende) zum Rif. Paradiso, 2170m. Oder zu Fuss vom Albergo Costabella, ca. 300 Meter westlich der Passhöhe (grosser Parkplatz), auf Weg Nr. 604 über Weiden und durch Skigelände zum Rifugio Paradiso, 2170m.
Vom Rifugio weiter auf Weg Nr. 604 über Almgelände westlich zum Passo delle Selle mit dem Rifugio Le Selle direkt südlich des Passes.
Nördlich beginnt die Auta Via Bepi Zach, (das ist ladinisch; italienisch heisst die Route Alta Via Bepi Zac). Wegweiser und Gedenktafel für Bepi Zach, den rührigen Hüttenwirt des Rif. Le Selle, der den Steig erbaute bzw. restaurierte.
Dieser führt, alten Kriegssteigen folgend, durch einige Tunnels, durch Stellungen und Schützengräben, an Kavernen vorbei über den Costabella-Kamm.

Der Steig führt in steilen Kehren durch Schutt empor, kurz vor der Grathöhe erstmals gesichert. Man überschreitet den Piccolo Lastei, 2697m, wechselt auf die Nordseite des Grates und erreicht, an alten Kriegsstellungen vorbei, den Gran Lastei, 2716m. Der Steig ist sehr abwechslungsreich, der Verlauf kompliziert. Stege, Stollendurchgänge, Treppen wechseln sich ab. An einer luftigen, gut gesicherten Stelle direkt auf der Gratschneide wechselt man wieder auf die Südseite. Am Anstieg zur Cima della Campagnaccia trifft man auf eine etwas kritische Stelle: Loser Steilschutt auf sehr ausgesetztem Band ohne Versicherung (war im Krieg gesichert, alte Haken sind vorhanden; auch ein selbst geschlagener Kletterhaken jüngeren Datums), die man jedoch mit Entschlossenheit leicht überwindet. Durch einen Spalt auf die Cima della Campagnaccia, 2737m. Jenseitig sehr leicht über die breite Flanke hinab in eine Scharte, aus der über Steigspuren im Geröll ein Notabstieg nach Süden in das Almgelände über dem Passo San Pellegrino möglich ist. Nun empor, wieder teilweise versichert, über Bänder und durch Stollen zur Cima Costabella, 2762m. Östlich hinab.

Kurz unterhalb des Gipfels sieht man in einem Felsspalt in einem kompakten Gratturm eine liebevoll restaurierte, sehr steile Holztreppe, die noch eine kleine Extrarunde erschliesst: Man steigt in dem Spalt gut gesichert die Treppen (bzw. Leitern) empor, dann weiter am Drahtseil hoch fast bis zum Costabella-Gipfel zurück und trifft wieder auf den Steig.

Ein kleines Stück weiter hinab bis zur Forcella de Ciadin, 2664m. Hier Wegkreuzung mit Wegweiser und Ende der Schwierigkeiten.

Östlich ist der Weg zur Cima dell’Uomo, 3010m, als “Sentiero alpinistico” ausgeschildert. Entgegen den Angaben in einigen Führern existiert dort kein gesicherter Klettersteig mehr. Der Steig wird nicht nur nicht mehr in Stand gehalten, die Versicherungen wurden wegen der grossen Steinschlaggefahr sogar abgebaut. Also ein Tipp für abenteuerlustige Cracks, die auch mit unangenehm losem Gelände, das den II. Grad nirgends überschreitet, souverän zurechtkommen.

Von der Forcella de Ciadin sehr steil hinab zum Beginn eines steilen Schuttkares mit vielen Abfahrtsspuren. Durch dieses rasch abwärts und weiter den Wegmarkierungen nach. Entweder etwas rechtshaltend zum Rif. Paradiso oder direkt zurück zum Weg Nr. 604 und auf diesem wie beim Aufstieg zurück zum Ausgangspunkt.



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